Oktober 2009
01.10.2009 Brösels 1. Besuch bei Dr. Biermann
Heute morgen um 09:00 Uhr war es soweit: Brösel musste untersucht werden. Im Internet haben wir eine Tierärztin gefunden, die in der Nähe und gut erreichbar ist. Ausserdem hat sie bei QYPE nur gute Bewertungen. Also nix wie hin!
Es wurde ihm Blut abgenommen, also musste er nüchtern bleiben. Das war natürlich schwer, wo er morgens um 7 schon nicht nur mit dem Stummelschwänzchen, sondern quasi mit dem ganzen Hintern wedelnd in die Küche lief und mich vertrauensvoll ansah. Die Enttäuschung, nun kein Frühstück zu bekommen, nahm ihn sichtlich mit.
Dann die Busfahrt, wo viele Menschen sich drängelten und andere Hunde ihn aufregten, die er gern anbellen und anknurren wollte + leider nicht durfte. Endlich in der Kleintierpraxis Elbvororte angekommen, kamen wir in ein schönes, helles Ambiente und wurden sehr nett begrüßt. Sogar Kaffee aus einer teuren, italienischen Maschine bekamen wir angeboten! Da war das kaffeesüchtige Frauchen Suse natürlich begeistert und schwelgte in Kaffeeduft.
Brösel bekam Blut abgenommen und danach gleich so viele Leckerli von der Tierärztin Dr. Biermann, dass er gar nicht mehr so viel Angst hatte. Es wurden noch Krallen geschnitten und die Ohren untersucht. Auch die linke Hinterpfote wurde noch angesehen, da Brösel sie manchmal hochzieht. Jetzt sind wir gespannt, was der Bluttest ergibt. Brösel geht es schon so gut nach dem stressigen Flug, dass ich optimistisch bin.
Ein Flohhalsband haben wir auch gekauft und vom Tierarzt eine Wurmkur mitgenommen.
Puh! Nach all den Strapazen hat Brösel erst einmal ein paar Stunden geschlafen. Das hat er aber auch verdient. Er hat wirklich schon ganz viel gelernt in so kurzer Zeit.
Professioneller kleiner Straßenräuber
Beim spätnachmittäglichem Spaziergang hat Brösel leider einmal auf der Weidenalle nach der Handtasche einer schräg vor uns gehenden Frau geschnappt – an der Ampel stellte dann eine Frau ihre Korbtasche ab, die Brösel sich sofort schnappte – gottseidank ist der kleine Gauner noch standardmäßig angeleint (mindestens die ersten vier Wochen sind Pflicht) und konnte damit nicht wegrennen.
Die Frau hatte Humor und fand es drollig und meinte sowas wie, ihr Hund würde das Gleiche tun, wenn er schlau genug wäre und ein Mann meinte, ich solle mich nicht drüber ärgern, der Hund könne mich noch reich machen. So wäre das also glimpflich abgelaufen und ich werde sehen, dass ich das dem kleinen Racker schnell abgewöhne. Um Frauen mit Taschen machen wir in der Zwischenzeit einen Bogen.
02.10.2009 Tierheilpraktikerin Marion Granzow bei Brösel
Heute Mittag war die Tierheilpraktikerin, Diplom (ATN) Tierpsychologin und Diplom (ATN) Tierhomöopathin Marion Granzow bei Brösel und hat sich gaaanz viel Zeit genommen, um Brösels individuelle Probleme zu diagnostizieren. Dass die Frau einen Draht zu Hunden hat, merkte man daran, dass Brösel gleich zu ihr ging und ganz entspannt mit ihr war. Sonst ist er “Fremden” gegenüber noch sehr misstrauisch und duckt sich vor ihnen.
Zusätzlich zur tierärztlichen Therapie konnte sie mir noch gute Vorschläge machen, wie ich Brösel mit homöopathischen Arzneien und psychologisch fundiertem Training helfen kann.
Weil Brösel so angespannt und unter Druck ist, hat er ein homöopathisches Mittel zur Entspannung bekommen, wovon ihm dann auch schnell beinahe die Augen zu fielen. Momentan bietet Frau Granzow eine Gutschein-Aktion an, wobei die erste Stunde bei ihr gratis ist. Das habe ich für Brösel natürlich gern genutzt, da der kleine Racker noch eine Menge Unterstützung braucht.
Ich kann Marion Granzow nur wärmstens empfehlen, sie hat Brösel und mich voll überzeugt! Brösel bekommt jetzt jeden Tag Bachblüten-Tropfen und wenn Frau Granzow aus Italien zurück ist, wollen wir unbedingt eine Stunde mit ihr buchen!
Zoohandlung Dabelstein am Schulterblatt – Brösel ist begeistert vom Service!
Das Flohhalsband hat so eklig gestunken, dass ich es Brösel gestern wieder abgenommen habe. Wir waren dann bei dem netten Herrn Dabelstein im Zooladen am Schulterblatt. Dort habe ich Brösel auf den Tresen gesetzt und Herr Dabelstein hat ihn mit einem Flohkamm gekämmt und ist zum Ergebnis gekommen: Brösel hat keine Flöhe. Trotzdem habe ich Bio-Tropfen mitgenommen, die man nur aufs Fell tut und die die Parasiten genauso gut vertreiben, wie die stinkende chemische Keule.
Da Brösel schon bei leichtester Kälte zittert wie ein Schneider haben wir uns dort auch gleich Hunde-Winterparkas angesehen. Herr Dabelstein hat welche, die rein praktisch ausgelegt sind und den Hund nicht lächerlich aussehen lassen. Für Brösel kam ein dunkelblauer Hunde-Parka mit Fellfutter, wasserdichtem Obermaterial und Reflektorstreifen in Frage. So ist er warm verpackt und sieht trotzdem nicht allzu unmännlich aus. Brösel durfte dort auch mehrere Sorten Leckerli und Hunde-Vitamindrops probieren, sie schmeckten ihm alle gleich gut.
Da Brösel noch sein rotes Geschirr trägt, das nur aus Nylon ist und bald ausfransen wird, habe ich ihm ein schöneres aus hellem Naturleder bestellt, das innen weich gepolstert ist & hoffentlich morgen ankommt. Brösel jedenfalls ist jetzt schon so locker, dass er bisher unerkannte Talente zeigt: Er kann einen Ball aus der Luft fangen. Leider ist es schwer, ihm den Ball zuzuwerfen und es gleichzeitig zu fotografieren:
Man achte auch auf Brösels frisch-manikürte Krallen.
04.10.2009 Frostbeule Brösel bibbert
Hier ist es Herbst und es stürmt, regnet, und manchmal scheint auch ein Bisschen die Sonne. Brösel schläft nun in eine Fleecedecke gewickelt am Fussende meines Bettes. Ohne die Decke friert er wie ein Schneider. Normalerweise der hungrigste Hund, den ich je gesehen habe, traut sich Brösel nun morgens nicht mehr aus der Wärme seiner Kuscheldecke heraus, nicht mal, wenn ich die Kühlschranktür auf- und zumache, was ihn sonst mit Sicherheit herbeilockt. Nun ist es 08:46 Uhr, und ich werde den kleinen muchacho jetzt mal aus dem Bett schmeissen und mit ihm rausgehen. Ich denke, ein Hundemantel wird unerlässlich sein.
Wenn Brösel gähnt, sieht man seine spitzen Wolfszähne.
Adidog-Trainingsanzug
… naja, und eben habe ich einen zu kleinen Ledermantel bei ebay reingesetzt und konnte natürlich nicht anders als Brösel-Hund einen kleinen Trainingsanzug zu kaufen:
*Nachtrag: so süß sieht Brösel im Adidog-Suit aus:
11.10.2009 Brösel hat ein geschwollenes Bein – Nebenwirkung vom Allopurinol?
Brösel geht es gar nicht gut. Er bekommt seit Kurzem Allopurinol, eigentlich, um seinen Titer weiter zu senken und die Entzündung an der Pfote/Kralle ganz in den Griff zu bekommen. Nun wollte er heute Morgen gar nicht aufstehen und humpelte dann mühsam herum, seine rechte Hinterpfote in die Luft haltend.
Der kleine Kerl hat schlimme Schmerzen und schläft den ganzen Tag. Er ist so tapfer und macht keinen Mucks. Und dann auch noch am Sonntag – morgen früh wird gleich die TÄ Dr. Biermann angerufen, um zu klären, ob das Allopurinol wieder abgesetzt werden kann. Das geschwollene Beinchen von Brösel sieht aus wie ein Gichtanfall – und genau das ist eine Nebenwirkung des Allopurinols. Drückt dem kleinen Pirat bitte die Daumen, dass er bald wieder herumhüpfen und spielen kann.
16.10.2009 Brösel lebt sich ein
Nach einer Antibiotika-Spritze in sein Beinchen ging es Brösel am Montag gleich viel besser. Es war keine Nebenwirkung. Er hat dort eine alte Wunde im Bein, sagt die Tierärztin, die sich wieder entzündet hatte. Gottseidank ist das alles schnell abgeheilt und man sieht kaum noch was davon. Brösel hüpft wieder herum hat auch seine Fröhlichkeit wieder. Eine Vitaminspritze hat die Tierärztin ihm auch gleich gegeben, damit Brösel sein Immunsystem regeniert. Gestern hat er auch noch “Sitz” gelernt, damit kann er jetzt so ziemlich alle Grund-Kommandos, die ein Hund von Welt können sollte. Mit anderen Hunden versteht er sich jetzt richtig gut, das liegt daran, dass er gelernt hat, dass die Hamburger Hunde nicht so konkurrieren wie die in Spanien. Jeder hat sein eigenes Herrchen/Frauchen, dass auf ihn aufpasst und niemand braucht vor dem anderen Angst haben. Seither ist er ein echter Gentleman und knurrt andere Hunde nicht mehr an, es sei denn, sie fangen damit an. Naja, manchmal ist er noch ein kleiner Rüpel, aber meistens benimmt er sich. Sein Selbstbewusstsein ist schon mächtig angestiegen und er geht jetzt mit erhobenem Kopf und vorgestreckter Brust mit mir gassi. Er hat eine Decke neben der Heizung bekommen, wo er sich, während ich arbeite, einkuschelt und leise vor sich hin schnarcht. Obwohl er bestes Futter bekommt, hat Brösel noch kein Gramm zugenommen: er wiegt immer noch genau 8,5 Kg.
Troy spielt mittlerweile draussen gern mit Brösel, in seine Wohnung lässt er ihn seit gestern auch ohne Gebell
juhu, das hat ja einige Tage gedauert, bis die Hunde sich vetragen haben.
Oft gibt es zwischen Brösel und Troy schon gemeinsame Interessen:
So richtig ausgelassen spielen traut sich Brösel aber noch nicht und kommt lieber immer noch mal bei Mami checken:
Statt seiner Kuscheldecke am Fußende des Bettes hat Brösel jetzt eine “Höhle” bekommen, so eine Art Kinder-Kriechtunnel, in den ich alte Sitzkissen und eine Fleecedecke gelegt habe. Nachdem ich ihn nur einen Abend mit Leckerlis dort hineingelockt habe, geht er jetzt von selbst dort rein. Er läuft mir immer noch die ganze Zeit hinterher, selbst, wenn ich nur kurz aufstehe, um eine Lampe anzumachen oder Ähnliches. Er zittert aber nicht mehr, daher darf er jetzt gern etwas selbständiger werden. Überstürzen will ich es aber auch nicht – jedenfalls wird nächsten Monat damit angefangen, minutenweise “Allein zu Hause bleiben” zu üben. Da muss Bröselchen durch.
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