April 2010

April, April …

… der macht, was er will! So geht es mir auch im April mit Brösel – meist ist er unheimlich brav, dass man fast denkt, wie geht denn das? Dann wieder passieren Dinge, die noch mehr Strenge notwendig machen.

Vorletzten Samstag etwa, bekam ich, wie jeden zweiten Samstag, Besuch von einem Schüler, der bei mir Deutschunterricht bekommt.  Der ist Spanier, sehr nett und Brösel liebt ihn sehr. Brösel bekommt auch jedes Mal ein paar Leckerli von ihm. Beim letzten Mal ist Brösel ihm begeistert ins Treppenhaus nachgerannt, als er gehen wollte und hat ihm auf Straßenhunde-Art den Weg abgeschnitten und noch mehr Leckerli erbettelt. Brösel war taub für meine Rufe und ich musste den strampelnden, kämpfenden und wie ein kleines Schweinchen, das man gerade absticht, quieksenden Brösel gewaltsam die Treppe herauftragen, um ihn von meinem Schüler loszubekommen. Das war nicht nur unendlich peinlich, ich habe auch ein paar Kratzer an der Hand abbekommen und war ganz schön sauer.

Konsequenz: Brösel darf nicht mehr mit an die Tür, wenn es klingelt, und er darf auch Gäste, die gehen wollen, nicht mehr mit an die Tür bringen, sondern bleibt auf seinem Platz sitzen. Das klappt ganz gut. So ist er weniger aufgeregt und es gibt auch kaum noch Bellen, wenn jemand kommt und keine Abschieds-Szenen mehr, wenn jemand geht. Obwohl es die auch nur bei diesem Schüler gibt, den Brösel so sehr ins Herz geschlossen hat und wo er am liebsten hinterher will.  Der Schüler war heute wieder da und alles hat tipptopp geklappt – Brösel darf zu Beginn und zum Ende der Unterrichtsstunde wenige Leckerlis bekommen und muss bei Begrüßung und Abschied auf seinem Platz bleiben und wird dafür demenstprechend auch belohnt und gelobt. Es ist aber auch nicht leicht, ein Hund zu sein. Schwierig ist es auch, als HundebesitzerIn nicht zu lax und auch nicht zu streng mit dem Hund zu sein. Ich möchte ja keinen Menschen aus Brösel machen. Aber ich will auch nie wieder einen ungehorsamen kleinen, wilden Brösel die Treppe hochtragen, während er strampelt und quiekt wie ein kleines Borstenvieh auf dem Weg zur Schlachtung …

Brösel bleibt auf dem Teppich

Meine Schwester hat sich für ihre niedliche neue Villen-Wohnung einen ebenso hübschen Teppich aus reiner Naturwolle gegönnt. Als wir am letzten Donnerstag Teppichboden bei ihr verlegten, hat Brösel bewiesen, was für ein Teppichliebhaber er ist. Ich denke, ich muss ihm auch mal einen Kuschelteppich kaufen – vielleicht aber eher was Waschbares …

Brösel prüft den Teppich auf Kuscheltauglichkeit

Der Teppich wird erst einmal gründlich geprüft.

... Und dann als neues Familienmitglied begrüßt!

Brösel wälzt sich auf dem Wollteppich

Schreibe eine Antwort

Suse Münch