Brösel contra mundum

Brösel wird vom Wetter echt ein Bisschen ramdösig. Zu gern möchte er spielen, toben, kämpfen und vor allem: Action! Aber es ist immer nur nass draussen und bei der Indoor-Zielobjektsuche im Wohnzimmer langweilt er sich mittlerweile so sehr, dass er ständig schummelt und schon vorher luschert, wo das Feuerzeug versteckt wird. Hier wird es dringend nötig, dass es Frühling wird oder zumindest irgendein Wetter, wo es draussen angenehm ist.

Dann hat er auch noch letzte Woche einen verdorbenen Magen gehabt, war krank und völlig apathisch und musste *o graus* zum Tierarzt – ja, dem aus Brösels Sicht schlimmsten und gar fürchterlichsten Schlächter der Welt. Es war kein Spaß, da Brösel wieder mal gekämpft hat, als ob es um sein Leben ginge, von mehreren Leuten festgehalten werden musste, das Kontrastmittel nicht schlucken wollte, sich nicht röntgen lassen wollte … es war schon unangenehm und es tat mir leid, dass Brösel sich so wild gebärdet, wo das Team bei Dr. Seeburg so nett ist und sich so viel Mühe mit ihm machte, damit er gesund wird. Ich dachte, die schmeissen uns jeden Moment raus und sagen “Sorry, der Hund ist nicht behandelbar”, aber alle waren sehr nett und haben Brösel trotz seines rumbitchens gesund gemacht. Nach zwei Spritzen durfte Brösel dann nach Hause und hat sich mittlerweile wieder gut erholt. Allerdings bin ich jetzt mit Trockenfutter sehr viel vorsichtiger. Grund für Brösels Kranksein war entweder, dass er das TroFu nicht gut verdauen konnte (… hefefreies, purinarmes Bio-TroFu von Marengo, hab’ ich extra für ihn anliefern lassen …) oder hat dieWatte, mit der sein Plüschtier gefüllt ist, gefressen. Oder – was wahrscheinlich ist – eine Kombination aus beidem. Nun kriegt er wieder mehr Möhrenstückchen und Gurkenstückchen, die er gut verträgt und gern mag.

Drückt die Daumen, dass bald mal wieder die Sonne am Wochenende scheint und Brösel mal wieder im Wald Spuren von Ausserirdischen suchen kann oder am Strand im Sand buddeln …

P. S.: Hat jemand mal seinem Hund die Tierarzt-Phobie “abgewöhnt”? Ich wäre für konstruktive Tipps dankbar …

Weihnachtszeit 2012 – Konsumrausch oder Besinnlickeit?

… oder keins von beiden und eine ganz normale Zeit? Ganz entziehen kann man sich der allgemeinen Weihnachtsstimmung nicht – daher wird jeder Versuch, die Weihnachtszeit wie ganz normale Wochen zu verbringen zum Scheitern verurteilt sein. Ich habe dieses Jahr ein SLOW CHRISTMAS versucht – also wenn überhaupt Aktionen, dann bitte schön gaaanz stressfrei und laaangsam. Das hat auch fast die ganze Zeit geklappt. Ein paar Aktionen wie die Mahnwache für die ukrainischen Strassenhunde habe ich mir aber nicht nehmen lassen. Irgend jemand muss sich für diese grundlos und besonders gruselig getöteten, armen Tiere (bei lebendigem Leibe verbrannt/begraben … nur um es nochmal zu erwähnen, auch wenn es weh tut) ja einsetzen. Es war dann die Organisation PETA, die hier in Hamburg eine Mahnwache abhielt. Eine Organisation, die selbst zehntausende ihrer Schützlinge jährlich nur aus dem Grunde tötet, dass sie nicht vermittelbar sind.
Mahnwache für die Tiere in der Ukraine
Aber eine andere Veranstaltung gab es nicht – also hin, einen Stapel Zettel genommen und im kalten Regen mit einem von dem weihnachtlichen Menschenmassen verängstigtem Hund an der Leine die Flyer verteilt … an Menschen, die größtenteils gar kein Interesse an irgendwelchen ukrainischen Hunden hatten, weil sie sich gerade auf Weihnachten freuten und schnell nach Hause wollten.
Warum musste ich das eigentlich? Warum sprechen bei solchen grausamen Aktionen nicht die Fussballverbände ein Machtwort und sagen “Stoppt diese grausamen Vernichtungsaktionen oder wir kommen nicht zu euch zum Fussballspielen”? Warum finden die Star-Fussballer aus ganz Europa es nicht schlimm, wenn die Tiere dort derartig grausam beseitigt werden, nur wegen der Fussball-EM 2012? Da ja die oben genannten indirekten Verusacher dieser grausamen Aktionen kein Interesse daran haben, dem ein Ende zu machen (ein diplomatisches Wort der Politik würde ja reichen …) müssen wir normalen kleinen Endverbraucher uns halt bei kaltem Regen auf die Mönckebergstraße stellen und uns für mehr Mitgefühl und einen besseren Umgang mit Tieren einsetzen. Diese Tiere sind ja nicht Schuld an ihrer Existenz – ihre Besitzer haben sie ausgesetzt und sie vermehren sich, weil ihre ehemaligen Besitzer zu verantwortungslos waren, sie vor dem Aussetzen wenigstens kastrieren zu lassen. Es sind hilflose, vom Menschen völlig abhängige Tiere, die nun derartig grausam entsorgt werden, die hilflos und wehrlos sind – ihr Wohl ist immer davon abhängig, wie wir Menschen mit ihnen umgehen. Ich drücke die Daumen, dass doch noch jemand an einflussreicher Stelle sich für dieses Thema einsetzt.
FUSSBALL EM 2012 - Europa zu Gast bei Mördern.
Von all den Grausamkeiten, die überall auf der Welt passieren, abgesehen, war die Weihnachtszeit 2011 allerdings sehr schön, natürlich war die Innenstadt voll, aber ich habe den ruhigsten Weihnachtsabend erlebt, seit ich zurückdenken kann. Die Menschen scheinen eine gemeinsame Sehnsucht nach Ruhe ausgelebt zu haben dieses Jahr.
Auch heute, am 1. Weihnachtstag, ist es wunderbar ruhig. Bei mir gibt es heute Essen für meine Geschwister, Beamer-Filme und vielleicht Cluedo spielen (auf dem Brett, nicht am PC). Der Brösel hat wunderbare Fress-Sachen zu Weihnachten gekriegt, ausserdem einen quietschenden Affen, dem er vor Begeisterung schon ein Bein abgerissen hat, und liegt momentan schnarchend und vor Wonne grunzend im Körbchen. So sollten es alle Hunde tun. Nicht nur zu Weihnachten.
Beim kürzlichen Spaziergang im Sturm an der Elbe hat Brösel allerdings auch gezeigt, dass er den hiesigen Wettereinflüssen durchaus gewachsen ist, ähm *räusper* vorausgesetzt man wickelt ihn in einen warmen Mantel …
Brösel an der Elbe bei Sturm

Ich hoffe auf eine weiterhin stressfreie Zeit, auch nach den Feiertagen …

Wer hat Pavel gesehen?

Seit dem 15.Februar 2011 gegen 16 Uhr wird Pavel schmerzlich vermisst. Er ist ganz in der Nähe von Zuhause aus unerklärlichem Grund weggelaufen. Seitdem ist er fortwährend zwischen Hamburg-Altona, -St.Pauli, -Bahrenfeld, -Othmarschen, Osdorf -Bahrenfeld, -Blankenese, -Flottbek, -Iserbrook, -Rissen und -Sülldorf unterwegs. Mehrere Hinweise deuten darauf hin, dass er sich möglicherweise besonders an den Gleisen der S1 (Altona-Blankenese-Rissen) entlang bewegt. Mittlerweile ist weder auszuschließen, dass er sich tatsächlich unermüdlich alleine durchschlägt, noch dass ihn möglicherweise jemand einfach mitgenommen und behalten hat. Der verzweifelte Besitzer ist  in ständiger Alarmbereitschaft.  Zu jeder Tages- und Nachtzeit! Er bittet inständig alle Menschen, die ihn sehen, oder auch nur den leisesten Verdacht haben, sich bei ihm zu melden!

TELEFON 0163-7400900

Einen Steckbrief von Pavel und mehr Fotos findet ihr hier auf der extra eingerichteten Seite PAVEL ON THE RUN.

Hoffentlich wird der Ausreisser gefunden!!!!!

Jubiläum: 1 Jahr Brösel in Hamburg

Am 24. September 2010 hat Brösel sein erstes Hamburg-Jahr absolviert. Er hat viele Fortschritte gemacht. Einige Dinge bedürfen noch der Arbeit, aber immerhin, hier mein -äh- Resümee? Potpourri? Jedenfalls mal eine Auflistung, was Brösel gelernt hat und was noch nicht perfekt klappt:

  • Brösel kann “Hierher”, “Bei Fuß”, “Sitz”, “Ab mit dir”, “Nein” und “Aus”. (Nur “Platz” stellt noch ein Problem dar.)
  • Brösel bettelt nicht bei Tisch, nur während des Kochens. Auch wenn ich auf dem Sofa Chips oder Schoko in mich hineinstopfe, bettelt er nicht. ( Nur Menschen, die ihn unaufgefordert füttern und ihn mit Leckerlis vollstopfen, bettelt er beim Wiedersehen sofort an und belästigt sie. Diese haben meiner Meinung nach selbst schuld ;) .)
  • Brösel verträgt sich inzwischen mit Enten, Schwänen, Hasen, Ratten (!) und Wildgänsen. (Nur Eichhörnchen machen ihn wahnsinnig – die jagt er einfach zu gerne.) Er ist feld- wald- und wiesentauglich und benimmt sich einfach klasse in freier Natur. Beim Pilzesammeln in der Göhrde hat er prima auf die ganze Gruppe aufgepasst und immer gecheckt, ob keiner verlorengeht.
  • Bröselchen fährt wahnsinnig gerne Auto – zur Not fährt er aber auch gern Bus oder Bahn. Er springt mit Begeisterung in jedes Auto, wahrscheinlich hat man ihn früher oft im Kofferraum transportiert, denn er will immer in den Kofferraum springen.
  • Müll fressen, betteln in Restaurants oder Leute belästigen ist die ganz große Ausnahme geworden. Für Mülltüten interessiert er sich auch nicht mehr sonderlich – ausser, dass er gern daran pinkelt.
  • Bei der Tierärztin fällt er leider sofort komplett in alte Verhaltensmuster zurück, wenn ihm Blut abgenommen werden soll. Er strampelt, quiekt, winselt, knurrt, schnappt, windet sich aus jedem Griff heraus und kämpft um sein Leben. Man muss ihn mit zwei Personen festhalten und kommt sich wie ein Hundequäler vor.
  • Das zweite, was noch nicht klappt, ist das Verhalten Fremden gegenüber, die er noch nicht einordnen kann: hier bellt oder knurrt er manchmal, was schon zu unangenehmen Situationen geführt hat. Seltsamerweise lässt er den Postboten aber völlig in Ruhe – obwohl der keine Leckerlis für ihn hat. Das Knurren geschieht meist, wenn Fremde ihm zu nahe treten, ihn streicheln wollen. Oder bei Menschen, wo er sich erhofft (der kleine Optimist), dass sie eine niedrigere Position bekleiden als er – hier muss ich ihm noch besser klarmachen, dass er weit weit unter den Menschen steht.
  • Gesundheit: Brösels Gesundheit hat sich enorm verbessert.  Allerdings ist er seit letzten Samstag irgendwie krank, es sah wie eine Blasenentzündung aus, aber die TÄ hat festgestellt, dass er keine Bakterien oder Entzündung im Urin hat – jetzt warte ich auf das Ergebnis der Blutuntersuchung. Seit gestern kommt auch noch schlimmer Durchfall hinzu. Ich mache mir ziemliche Sorgen, hoffe aber, dass es nichts Ernstes ist!!!

So also meine Einschätzung von Brösels Lernfortschritten innerhalb des letzten Jahres. Ich kann nur allen widersprechen, die sagen, erwachsene Hunde seien nicht mehr lernfähig. Ich würde mir jederzeit wieder einen erwachsenen Hund aus dem Tierheim holen. Am wichtigsten ist die gegenseitige Sympathie, wenn diese vorhanden ist, lässt sich alles Andere schultern, wenn nicht, scheitert man an den blödesten Sachen.

Tiere suchen Flugpaten

Nun will ich zur Abwechslung mal ein ernstes Thema ansprechen: Tierschutz. Mein Tageshund Troy kann jetzt den Vormittag alleine bleiben und ich hole ihn erst mittags zum Herumspazieren ab.  Mir fehlt bei der Arbeit definitiv etwas, wenn nicht ein Hund in der Nähe grunzt, schnarcht und gähnt :) Daher habe ich mir überlegt, einen Pflegehund aufzunehmen, mit der Option späterer Adoption, wenn die Chemie stimmt. Ich habe mir diesen hier ausgesucht und mich gleich als mögliche Hunde-Mami für ihn angemeldet:

flugpate für broesel gesucht

Er heisst Brösel, ist sehr verschmust und wurde von Tierschützern aus einer “Tötungsstation” (ich möchte lieber gar nicht wissen, was das ist) befreit.
Ich habe sämtliche Fragebögen ausgefüllt und Besuch von einer sehr netten angehenden Hundetrainerin bekommen, die bei mir die Vorkontrolle auf Hundemutti-Eignung gemacht hat. Am 28. sollte Brösel am Hamburger Flughafen ankommen – aber leider ist die Flugpatenschaft dann irgendwie geplatzt und Brösel kann doch nicht mit. Jetzt wartet Brösel weiter in Alicante, im “Auffanglager” einer engagierten Tierschützerin, die aber kein Geld und viele Tiere hat und sich nicht adäquat um ihn kümmern kann. Dadurch bin ich auf das Problem “Flugpatenschaften” aufmerksam geworden und möchte hier zumindest die  Leute, die diesen Blog lesen, darauf aufmerksam machen, dass man, wenn man ins Ausland fährt, auf seinem Flugticket ein armes kleines Tier mit nach Deutschland nehmen kann, wo liebevolle zukünftige Frauchen und Herrchen auf es warten. Dazu meldet man sich bei http://flugpate.org/ an, wenn man ins Ausland fährt. Dann lässt man ein Tier auf seinem Ticket mit eintragen und das wars eigentlich auch schon.  Meist reisen die Tiere in Boxen im Frachtraum und man stellt wirklich nur das eigene Ticket zur Verfügung, da die Tiere darauf mitreisen können. Nur wenn ein Welpe oder Katzenbaby transportiert werden soll, wird man gefragt, ob man das Kleine während des Fluges in einer Tasche auf den Schoß nimmt. Die Tiere sind natürlich geimpft, gechipt, kastriert und mit den nötigen Papieren versehen. Der Tierschutzverein bringt das Tier, erledigt die Formalitäten, bezahlt alle entstehenden Kosten und das Hascherl wird am deutschen Flughafen auch wieder  vom Tierschutzverein abgeholt. Hier kann man einen Erfahrungs-Bericht von Flugpaten lesen. Also wer Lust hat, melde sich bitte. Und falls jemand nach Spanien/Alicante fliegt … ich würde mich über eine/n Flugpaten/in für Brösel freuen. In diesem Fall bitte direkt bei mir melden.

Suse Münch