Weihnachtszeit 2012 – Konsumrausch oder Besinnlickeit?

… oder keins von beiden und eine ganz normale Zeit? Ganz entziehen kann man sich der allgemeinen Weihnachtsstimmung nicht – daher wird jeder Versuch, die Weihnachtszeit wie ganz normale Wochen zu verbringen zum Scheitern verurteilt sein. Ich habe dieses Jahr ein SLOW CHRISTMAS versucht – also wenn überhaupt Aktionen, dann bitte schön gaaanz stressfrei und laaangsam. Das hat auch fast die ganze Zeit geklappt. Ein paar Aktionen wie die Mahnwache für die ukrainischen Strassenhunde habe ich mir aber nicht nehmen lassen. Irgend jemand muss sich für diese grundlos und besonders gruselig getöteten, armen Tiere (bei lebendigem Leibe verbrannt/begraben … nur um es nochmal zu erwähnen, auch wenn es weh tut) ja einsetzen. Es war dann die Organisation PETA, die hier in Hamburg eine Mahnwache abhielt. Eine Organisation, die selbst zehntausende ihrer Schützlinge jährlich nur aus dem Grunde tötet, dass sie nicht vermittelbar sind.
Mahnwache für die Tiere in der Ukraine
Aber eine andere Veranstaltung gab es nicht – also hin, einen Stapel Zettel genommen und im kalten Regen mit einem von dem weihnachtlichen Menschenmassen verängstigtem Hund an der Leine die Flyer verteilt … an Menschen, die größtenteils gar kein Interesse an irgendwelchen ukrainischen Hunden hatten, weil sie sich gerade auf Weihnachten freuten und schnell nach Hause wollten.
Warum musste ich das eigentlich? Warum sprechen bei solchen grausamen Aktionen nicht die Fussballverbände ein Machtwort und sagen “Stoppt diese grausamen Vernichtungsaktionen oder wir kommen nicht zu euch zum Fussballspielen”? Warum finden die Star-Fussballer aus ganz Europa es nicht schlimm, wenn die Tiere dort derartig grausam beseitigt werden, nur wegen der Fussball-EM 2012? Da ja die oben genannten indirekten Verusacher dieser grausamen Aktionen kein Interesse daran haben, dem ein Ende zu machen (ein diplomatisches Wort der Politik würde ja reichen …) müssen wir normalen kleinen Endverbraucher uns halt bei kaltem Regen auf die Mönckebergstraße stellen und uns für mehr Mitgefühl und einen besseren Umgang mit Tieren einsetzen. Diese Tiere sind ja nicht Schuld an ihrer Existenz – ihre Besitzer haben sie ausgesetzt und sie vermehren sich, weil ihre ehemaligen Besitzer zu verantwortungslos waren, sie vor dem Aussetzen wenigstens kastrieren zu lassen. Es sind hilflose, vom Menschen völlig abhängige Tiere, die nun derartig grausam entsorgt werden, die hilflos und wehrlos sind – ihr Wohl ist immer davon abhängig, wie wir Menschen mit ihnen umgehen. Ich drücke die Daumen, dass doch noch jemand an einflussreicher Stelle sich für dieses Thema einsetzt.
FUSSBALL EM 2012 - Europa zu Gast bei Mördern.
Von all den Grausamkeiten, die überall auf der Welt passieren, abgesehen, war die Weihnachtszeit 2011 allerdings sehr schön, natürlich war die Innenstadt voll, aber ich habe den ruhigsten Weihnachtsabend erlebt, seit ich zurückdenken kann. Die Menschen scheinen eine gemeinsame Sehnsucht nach Ruhe ausgelebt zu haben dieses Jahr.
Auch heute, am 1. Weihnachtstag, ist es wunderbar ruhig. Bei mir gibt es heute Essen für meine Geschwister, Beamer-Filme und vielleicht Cluedo spielen (auf dem Brett, nicht am PC). Der Brösel hat wunderbare Fress-Sachen zu Weihnachten gekriegt, ausserdem einen quietschenden Affen, dem er vor Begeisterung schon ein Bein abgerissen hat, und liegt momentan schnarchend und vor Wonne grunzend im Körbchen. So sollten es alle Hunde tun. Nicht nur zu Weihnachten.
Beim kürzlichen Spaziergang im Sturm an der Elbe hat Brösel allerdings auch gezeigt, dass er den hiesigen Wettereinflüssen durchaus gewachsen ist, ähm *räusper* vorausgesetzt man wickelt ihn in einen warmen Mantel …
Brösel an der Elbe bei Sturm

Ich hoffe auf eine weiterhin stressfreie Zeit, auch nach den Feiertagen …

Suse Münch